GESCHÜTZTE WERKSTÄTTEN SALZBURG

Arbeit, die mehr Wert schafft

Die Geschützten Werkstätten Salzburg (GWS) sind vielleicht unser beeindruckendster Partner. Seit 1977 bietet die gemeinnützige GmbH Menschen mit Behinderung einen vollwertigen Arbeitsplatz. Gleichzeitig erfüllt das Unternehmen höchste Ansprüche an Leistung und Professionalität.

Starke Leistung, breit gefächert

Die GWS waren vor über 40 Jahren das erste Unternehmen Österreichs, das sich konsequent dafür einsetzte, Menschen mit Behinderung einen Arbeitsplatz zu bieten. Als gemeinnützige GmbH organisiert, sind die GWS zwar nicht gewinnorientiert (eine Null muss erwirtschaftet werden und 80 Prozent der Arbeitsplätze werden von der öffentlichen Hand gefördert.), aber die Arbeit, die das Unternehmen leistet, ist mehr als wettbewerbsfähig. Die angebotenen Dienstleistungen reichen von Grünraumpflege, Reinigung und der Fertigung von Werbeartikeln bis zur Produktion im technischen oder medizinischen Bereich. Zu den zahlreichen Kunden gehören unter anderem auch Mubea Carbotech (Automobilzulieferer u.a. für McLaren) und KTM. Für Mubea Carbotech übernimmt die GWS die Oberflächenbehandlung und Vorbereitung von Aluteilen für das McLaren Carbonfaser-Monocoque, für KTM entwickelte man einen Prüfstand, um das Drehmoment von Gasgriffen zu messen. Es gibt sogar einen Reinraum, in dem sterile Blutbeutel für medizinische Einrichtungen hergestellt werden. Die GWS sind außerdem ein Ausbildungsbetrieb, in dem 14 Fachberufe erlernt werden können.

Was ist anders?

<span style="color: #9ed300">Astrid Lamprechter ist Geschäftsführerin bei den GWS. </span>Befragt nach den Unterschieden zu herkömmlichen Unternehmen betont sie die soziale Funktion der Arbeit:

Das Wichtigste für unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ist es, ein selbstbestimmtes Leben zu führen. Dazu gehört vor allem auch selbst verdientes Geld. Deshalb geht es immer wieder darum, die Produktivität zu erhalten.

Für Menschen mit Beeinträchtigung sei es außerdem oft schwer, im Privaten auf eigene Faust am Sozialleben teilzunehmen. Es herrsche Unsicherheit und drohender Rückzug in die eigenen vier Wände. Die GWS begleiten ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter deshalb intensiv. Einerseits mit Kulturangeboten und privaten Unternehmungen, andererseits mit flexiblen Arbeitszeitmodellen oder Gesundheitsangeboten wie Vorträgen zu gesunder Ernährung, zum Umgang mit Geld, dem Internet oder Kommunikationstrainings. Es gehe darum, Hürden ins öffentliche Sozialleben abzubauen und ein Wir-Gefühl zu schaffen, so Lamprechter.

Mit Vielfalt durch die Krise

Die Geschäftsführerin stand in der Wirtschaftskrise vor der schwierigen Herausforderung, für den integrativen Betrieb einen eigenen Sanierungsweg zu finden. Durch den sozialen Auftrag waren Entlassungen keine Option. Dank ihrer eigenen Erfahrung aus dem Management- und Sozialbereich sowie durch die Förderung der öffentlichen Hand ist ihr diese Aufgabe gelungen.

Wir haben uns stark auf die Region konzentriert und das Marktrisiko breit gestreut.

Hier kommt den GWS die erwähnte Vielfalt der Dienstleistungen zugute. Unter den rund 480 Mitarbeitern sind Kolleginnen und Kollegen aus verschiedensten Berufen. <span style="color: #9ed300">Lamprechter:</span>

Das Durchschnittsalter der Menschen, die bei uns anfangen, liegt bei 37 Jahren. Viele starten mit einem „normalen“ Lebenslauf, erleiden dann eine Erkrankung und verlieren ihre bisherige Leistungsfähigkeit. Es kann jede und jeden treffen. Wir bilden praktisch einen Querschnitt durch die gesamte Bevölkerung.

Ein Betrieb wie jeder andere

Es kommt auch vor, dass die Kolleginnen und Kollegen der GWS inhouse beim Kunden arbeiten. Dann ist natürlich etwas Einarbeitungszeit und Support gefragt, um sich dem Kunden anzunähern. <span style="color: #9ed300">Im Idealfall spielen alle erwähnten Besonderheiten nach außen aber keine Rolle, so Lamprechter.</span>

Beim Kunden steht vielmehr die Qualität der Arbeit im Mittelpunkt. Jedes Projekt beginnen wir mit der Frage, wie wir das Problem unseres Kunden lösen können.

Das scheint bisher außerordentlich gut zu klappen, denn das Feedback fällt sehr positiv aus. Für die Zusammenarbeit nennt Astrid Lamprechter Transparenz und gute Kommunikation mit dem Kunden als wichtigste Voraussetzungen für den Erfolg.

Wie sind wir zu den GWS gekommen?

<span style="color: #9ed300">Johann Heisler, Leiter des Einkaufs bei BG-Graspointner, erinnert sich:</span>

In unseren Supply Chain Meetings tauchte die Frage auf, wie wir Aufgaben, die nicht zu unseren Kernkompetenzen gehören, outsourcen könnten. So stießen wir auf die GWS.

Nach einem Besuch im Jahr 2018 kam es schnell zur ersten Zusammenarbeit. Im Moment übernehmen die GWS für BG-Graspointner Aufgaben im Bereich der Feinkommissionierung und Werbemittelproduktion. Auch inhouse ist bereits eine Zusammenarbeit mit den GWS-Kollegen angelaufen.
 

Eine Partnerschaft auf Augenhöhe

Doch es spricht noch mehr für die GWS. Sie sind ein Partner für BG-Graspointner, der ebenfalls großen Wert auf nachhaltiges Handeln legt. Das zeigt sich bei den Werbemitteln aus dem Unternehmen und der Tatsache, dass die GWS 2018 einen Nachhaltigkeitsbericht veröffentlicht haben.

<span style="color: #9ed300">Johann Heisler:</span>

Wir sind hellauf begeistert von der Qualität der Arbeit. So sehr, dass wir schon permanent überlegen, wie wir sie noch weiter einbinden können.

<span style="color:#9ed300">Heisler hebt zum Beispiel das tolle Beschaffungsmanagement hervor:</span>

Für unsere eigenen Werbemittel waren wir auf der Suche nach einer ganz bestimmten Fair Trade Baumwolltasche. Die GWS haben sie gefunden und für uns gebrandet. Diese lösungsorientierte Arbeit, das Projektmanagement und die Vielfalt der Prozesse, die dort gestemmt werden kann, haben uns sehr beeindruckt. Davon möchten wir in Zukunft gerne mehr.

Johann Heisler
Head of Purchase
BG-Graspointner GmbH